Freundschaft weiß nicht alles (3)

Windelgeschichten.org präsentiert: Freundschaft weiß nicht alles (3)

Mein Inneres sagte mir, Windeln hin oder her dass ist egal, Julia ist nach wie vor die selbe. Klar normal war es sicherlich nicht, aber was ist schon normal.

Ich erledigte am Freitag schon alle Hausaufgaben, damit ich diese nicht noch am Wochenende machen musste. Irgendwie überkam mich der Gedanke, was ist eigentlich mit mir und Windeln?

Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, warum denn auch. Mir fiel keinerlei Bezug ein. Weder durch Geschwister, noch im sonstigen Familien oder Bekanntenkreis bin ich mit dem Thema konfrontiert worden. Erstens, da ich keine Geschwister habe und zweitens, niemand in meiner unmittelbaren Umgebung ein kleines Kind hatte.

Was war eigentlich mit mir, dass beschäftigte mich nun. Wann war ich Windelfrei? Ich wusste es nicht, aber meine Mutter ganz bestimmt.

Ich ging also aus meinem Zimmer hinunter, meine Mutter saß in der Küche. Ich dachte, direkt ist einfach am besten.

Ich fragte also; ”Du, Mama? Wann hab ich eigentlich keine Windeln mehr gebraucht?”

Sie schaute mich etwas verdutzt an, selbstverständlich es war ja auch keine alltägliche Frage.

Nachdem sie mich gefragt hatte, wozu ich das wissen wollte, musste ich mir was überlegen. Einfach so wäre als Antwort zu wenig gewesen. Aber mir fiel was ein.

Ich erzählte ihr, dass wir in Biologie einen Durchschnitt der Klasse berechnen. Also in welchem Alter alle im Schnitt aus den Windeln raus waren oder laufen konnten.

So bekam ich die Information, dass ich kurz vor meinem 3. Geburtstag am Tag und etwa 6 Monate später in der Nacht diese nicht mehr benötigte.

Jetzt hatte ich zwar die Antwort, aber sie brachte mich nicht wirklich weiter. Der Freitagabend verging bei mir zumindest ziemlich ereignislos, irgendwann war dann auch der Samstag da.

Am frühen Nachmittag machte ich mich auf zu Julia. Nachdem ich bei ihr geklingelt hatte, begrüßte sie mich wie immer: ”Na, bereit zu verlieren.”

Um noch mal auf das Thema normal zu kommen, sie hatte völlig gegensätzliche Interessen als die meisten Mädchen. Sie zockte gerne, spielte gerne Fußball und machte lieber Zeug was sonst eher Jungen tun.

Es macht immer sehr viel Spaß mit ihr abzuhängen.

Wir spielten Fußball an der Konsole gegeneinander. Unser Klassiker Best of Five. Wer 3 Spiele verlor, musste das Essen ausgeben. Beim letzten entschiedenen Spiel kitzelte sie mich. Und irgendwie war der Ball dann in meinem Tor gelandet.

Ich sagte: ”Das ist Unfair.”

Sie grinste nur Breit und meinte: ”Tja, Mädchen dürfen alles.”

Ab und an kam eben doch das Mädchen in ihr durch. Es half nichts, ich war dran mit Zahlen. Wir entschieden uns für je einen Döner und teilten uns eine große Pommes.

Nach dem Essen kehrte Ruhe ein. Draußen war es schon dunkel geworden. Dass Thema Windeln kam bisher nicht mehr auf.

Aber Julia ergriff diesmal die Initiative und sagte: ”Du hast echt nicht gemerkt, dass ich schon die ganze Zeit gewindelt bin?”

Ich hatte den Gedanken zwar im Hinterkopf, aber er kam nicht wirklich auf. Der Nachmittag lies ihn einfach in Vergessenheit geraten.

Danach wurde ich ein bisschen frech und sagte: ”Zeig mir doch mal deine Windel.”

Kommentarlos ging sie zum ihrem Kleiderschrank. Und sie kramte aus einem Stauraum, der von außen nicht zu sehen war, eine Verpackung heraus. Diese war allerdings schon aufgebraucht.

Gerade wo ich auf die leere Packung fixierte war, zog sie vor mir ihre Hose und Unterhose aus. Mit einem gemischtem Ausdruck von Stolz und Peinlichkeit im Gesicht, präsentierte sie mir ihre Windel.

Sie drehte sich einmal um, die Windel stand ihr wirklich gut. Wer hätte gedacht, dass Windeln gut an jemanden aussehen können.

So schnell, wie die Hosen runter waren, waren sie auch wieder oben. Mit dem Kommentar versehen: ” Genug geguckt, das reicht.”

Sie fügte hinzu: ”Du siehst, ich habe meine Windeln aufgebraucht. Ich brauche neue, kommst du eben mit welche holen?”

Damit hätte ich nicht gerechnet, stimmte jedoch zu. Wir mussten aber auch ziemlich bald los, denn Ladenschluss war in schon gut 2 Stunden.

Wir entschieden uns wieder zu Fuß, zu gehen. Es war eine gemütliche Atmosphäre, die Straßenlaternen brannten und die Temperaturen waren auch noch angenehm. Obwohl ab und zu ein eisiger Windhauch unseren Weg kreuzte.

Diesmal sagte ich zu ihr, dass man wirklich nichts erkennt, dass sie eine Windel trägt. Überrascht schien Julia nicht, sie meinte darauf: ”Nach dem gestrigen Tag, weiß ich das auch. Immerhin saß ich mit einer bereits benutzen Windel neben dir im Bus.”

Das stimmte allerdings, nur ihre aufgedrehtheit war am gestrigen Morgen aufgefallen. Sie erzählte mir auch, dass sie in der ersten Woche nur die Windeln trug und nicht benutzte, aber dann wollte sie es wissen.

Erst hatte es ihr wohl viel Überwindung gekostet, sich in der Windel zu erleichtern. Aber nach einigen zögerlichen Versuchen gelang es ihr nicht nur rein zu tröpfeln, sondern es wirklich laufen zu lassen.

Sie fing während des Erzählens wieder zu lachen an, weil sie beim ersten mal die ganze Zeit ihre Hände im Schritt hatte. Da sie befürchtete, dass die Windel schnell auslaufen würde. Aber sie gestern nun gesehen hatte, wie viel tatsächlich reingeht.

Nach gut einer halben Stunde, betraten wir endlich den Laden. Schnurstracks ging es zum Gang mit den Windeln. Sie blieb nun vor einem Regal stehen, da erblickte ich auch die gesuchten Windeln.

Sie nahm die Packung so natürlich aus dem Regal, als würde sie im Supermarkt Brot kaufen. Ich hätte mich wahrscheinlich, zig mal umgesehen. Aber das wäre wohl dann doch auffälliger gewesen.

Jetzt ging es Richtung Kasse. Vielleicht 3 oder 4 Leute standen vor uns, Julia zückte schon mal ihr Portemonnaie. Ach du Schreck, sie hatte vor Aufregung das Geld vergessen, welches sie zu Hause noch einstecken wollte.

Sie sah gerade ein bisschen verzweifelt aus und die Schlange vor uns, war auf 2 Personen geschrumpft.

Ich streckte ihr das Geld vor, nun waren wir dran. Ohne großes Aufsehen bezahlte sie die Windeln und verstaute diese in der mitgebrachten Tasche.

Wiederum 30 Minuten später waren wir wieder bei ihr. Die Tasche nahm sie gleich mit nach oben in ihr Zimmer.

Es war kurz nach 20 Uhr, wir schauten gemeinsam noch was im TV. Knabberten und tranken noch was dabei. Der Abend fand einen sehr schönen und gemütlichen Abschluss.

So gegen 23:30 Uhr war es dann Zeit für mich zu gehen. Ich hatte bereits meine Straßenschuhe sowie meine Jacke angezogen und war schon auf dem Absprung. An das geliehene Geld hatte ich nicht mehr gedacht. Sie allerdings schon.

Sie meinte nur kurz um: ” Ach ja, total vergessen.” Dabei ging schnell die Treppe rauf. Währenddessen wartete ich unten. Anscheinend brauchte sie etwas länger, vermutlich hatte sie das Geld vor Aufregung sogar noch verlegt.

Nach ein paar Minuten kam sie die Treppe wieder herunter. Sie drückte mir das Geld in die Hand und bedankte sich, dass ich es ihr vorgestreckt hatte.

Ich wollte mich verabschieden, da sagte sie noch: ”Warte.” Im nächsten Augenblick, hielt sie mir 3 Windeln hin.

Ich war perplex, bekam wirklich kein Wort heraus. Julia bemerkte es sofort und steuerte bei: ” Nimm schon, dass ist dein Anteil.”

Ich fragte nach, was sie damit meinte. Dann kam auch ihre Erklärung: ”Ohne dich hätte ich mir heute keine neuen Windeln kaufen können, weil ich das Geld hier vergessen hatte. Ich weiß zwar, dass du sie wahrscheinlich nicht anziehen wirst, aber trotzdem sind sie für dich. Sie werden dir auf jeden Fall passen.”

Ganz neugierig fragte ich sie: ”In welcher Situation, sollte ich schon eine Windel anziehen, geschweige denn benutzen?”

Darauf hatte sie auch eine Antwort: ” Wer weiß, vielleicht schaust du mal einen Gruselfilm und traust dich danach nicht mehr auf die Toilette. Da können die ungemein praktisch sein.”

Sie kannte mich, total meinen Nerv getroffen. Also nahm ich die Windeln und bedankte mich. Auch wenn ich mir insgeheim sicher war, diese nie anzuziehen.

Ich hatte in der Jacke eine große Innentasche, wo die Windeln perfekt rein passten. Wir verabschiedeten uns und winkten uns danach, wie immer noch einmal aus der Entfernung zu.

Auf dem kurzen Weg nach Hause dachte ich nach. Wir hatten den ganzen Tag heute zusammen verbracht, aber sie war kein einziges mal auf der Toilette gewesen. Als sie mir am frühen Abend ihre Windel zeigte, war diese jedenfalls noch unbenutzt.

Dann stellte sich mir die Frage: ”Hatte sie jetzt am Abend ohne das ich etwas merkte, in die Windel gemacht?”

Mir war es wirklich nicht aufgefallen, nun war ich auch Zuhause. Kein Licht brannte mehr, wie so oft war ich der Letzte der Heim kam oder am längsten wach war.

Ich begutachtete in meinem Zimmer die Windeln. Auch wenn ich es ungern zu geben wollte, irgendwas faszinierte mich. Wie dem auch sei, ich verstaute die 3 Windeln in die Schublade, wo auch meine Unterwäsche war.

Einige Zeit später ging ich ins Bett. Ich stellte mir vorm Schlafen, immer wieder die selben Fragen. Aber es waren Fragen, die erst in der Zukunft beantwortet werden konnten…

Autor: Anonym (eingesandt via E-Mail)
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